Verarbeitung

 

Kontaktierung

Die elektrische Kontaktierung der Bahnen geschieht durch Anlöten der Brücken oder Zuleitungen. Hierbei ist zu beachten, dass die Löttemperatur mindestens 350°C betragen sollte um den Isolierlack an den Kontaktstellen zu entfernen. Ob der Lack restlos entfernt wurde, lässt sich durch eine Widerstandsmessung der einzelnen Bahnen feststellen. Bei der Widerstandsmessung müssen die Eigenwiderstände der Messleitungen berücksichtigt werden.

 

Für die Kontaktierung einer Bahn stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

Die schnelle Variante

Hierfür wird mit einem Abstand von jeweils ca. 2 cm vom Rand ein Lötpunkt gesetzt, der alle Litzstränge parallel schaltet. Ein gewisser Abstand ist notwendig, da keine Litze in Richtung Bahninnenseite durchtrennt werden darf. Eine Bahn lässt sich mit dieser Methode auch in verschiedene Kreise aufteilen.

 

Das gesamte Heizgestrick heizen

Hierfür müssen die beiden Litzstränge an den Gestrickenden einzeln herausgelöst und anschließend verlötet werden. Alternativ ist es auch möglich, die herausgelösten Litzstränge beispielsweise mit einem Heißluftfön auf eine Temperatur von 450°C zu erhitzen und anschließend die weitere Verbindung durch Krimpen herzustellen.

 

Allgemein

Wenn der Widerstand einer Gestrickbahn sehr genau eingehalten werden soll, dann empfiehlt es sich, in einem ersten Schritt die Lötpunkte etwas weiter voneinander entfernt zu setzen als berechnet. Anschließend wird der elektrische Widerstand zwischen den Kontaktpunkten gemessen. Falls der Widerstand größer als berechnet ausfällt, sind folgende Schritte zu empfehlen:

 

  1. Lötpunkte nachlöten, da eventuell die Isolierung nicht ausreichend entfernt wurde
  2. einen Lötpunkt in Richtung Bahnmitte ausdehnen, sodass sich die Gestricklänge zwischen den Bahnen verkürzt

Nachdem die Widerstände der einzelnen Bahnen protokolliert sind, können die Bahnen durch Brücken verbunden werden.

 

Die Zuleitungen sollten mit einer Zugentlastung versehen werden. Für Heizungen, die im folgenden in eine Matrix eingebettet werden, ist es ratsam, sowohl das Zuleitungskabel als auch die Kabel, die zu den Gestrickbahnen führen, auf eine gemeinsame Kupferfolie zu löten. Um den Untergrund während des Lötens nicht thermisch zu überlasten sollte unter die Lötpunkte eine thermische Isolation gelegt werden. Im Bild ist ein Stück Teflongewebe zu sehen, das auf ein Holzbrett geklebt wurde.

 

Bei vielen Matrices empfiehlt es sich, auf diese Kupferfolie eine Gewindebuchse aufzulöten. Ist die Kupferfolie auf einer Heizgestrickbahn positioniert, dann sollte lokal Glasfasergewebe untergelegt werden, um unter allen Umsänden eine elektrische Isolation zu gewährleisten und die HF-Litzen vor scharfen Kanten zu schützen. Das Eindringen der Matrix in das Gewinde wird durch Dichtband verhindert. Nach der Aushärtung wird das Gewinde freigelegt und das Zuleitungskabel angeschraubt. Selbstverständlich können Sie die schon vorkonfektionierten Gewindebuchsen in ver-
schiedenen Größen bei uns beziehen.

 

Arbeitsablauf der Herstellung einer Heizung mit CoTexx® Heizgestrick

  • Untergrund (Koppelschicht) für eine spätere Verbindung mit der Matrix vorbereiten (z.B. anschleifen,entfetten)
  • Heizgestrickbahnen mit einer Schere ablängen und positionieren
  • Gestrickbahnen mittels Heißklebevlies oder Sprühkleber anheften
  • Lötpunkte setzen
  • Bahnwiderstände messen und protokollieren
  • Bahnen zu Heizkreisen verschalten
  • Netzanschluss vorbereiten
  • Prüfen des Gesamtwiderstands
  • Einbau der Sensoren
  • Restlicher Aufbau der Gewebelagen
  • Injektion / Infiltration wie üblich

Anmerkungen

CoTexx® Heizgestrick eignet sich bevorzugt für die Verarbeitung mithilfe von Injektionsverfahren. Durch das Ablegen im trockenen Zustand entsteht kein Zeitdruck, das Risiko Einzeldrähte zu verletzen ist geringer und der geringere Lufteinschlussanteil sorgt für einen guten Wärmefluss.

 

Wird das Heizgestrick in Harz eingebettet, dann sollte sich auf beiden Seiten des Gestricks Glasgewebe befinden. Glasgewebe oder -gelege dient der zusätzlichen elektrischen Isolation und schützt das Heizgestrick nach der Aushärtung zusätzlich vor mechanischer Beanspruchung. Um einen guten Wärmeübergang von Heizgestrick zur zu beheizenden Fläche zu gewährleisten, sollte die Schichtdicke nicht allzu groß gewählt werden.

 

Die Methode des Anheftens mit dem Heißklebevlies besitzt zahlreiche Vorteile. Das Gestrick kann auf das Klebevlies abgelegt, ausgerichtet und anschließend ohne Zeitdruck Stück für Stück angeklebt werden. Nachträgliche Korrekturen sind möglich, ohne die Drähte abzutrennen, indem die betreffenden Bereiche nochmals erhitzt werden. In Bereichen, die gelötet werden, sollte noch keine Klebung erfolgen, damit die thermische Isolierung zwischen Gestrick und Untergrund zwischengelegt werden kann. Nachdem die Kontaktierung abgeschlossen ist, werden die Gestrickenden festgeklebt.

 

Idealerweise verlaufen die Gestrickbahnen parallel und überlappen sich nicht. Bei Kleinstspannung unter 30V dürfen sich die Bahnen auch berühren, wenn Bahnen mit dem gleichen Widerstand parallel geschaltet sind. Bei einer Reihenschaltung und insbesondere bei hoher Spannung ist es empfehlenswert, im Überlappungsbereich die Bahnen durch einen elektrischen Isolator, beispielsweise ein Glasgewebe, zu trennen.

Hierdurch wird unter allen Umständen ein Kurzschluss vermieden. Aus diesem Grund ist auch zwischen Kohlenstofffasern und dem Gestrick bzw. den Anschlussstellen eine elektrische Isolation vorzusehen

 

Um die feinen Drähte nicht zu verletzen, darf das Gestrick nicht mit scharfen Kanten oder rauen Oberflächen in Berührung kommen. Außerdem empfiehlt es sich, Vinylhandschuhe über Baumwollhandschuhen zu tragen. Diese Kombination sorgt dafür, dass Ihre Hände vor dem Heißluftfön geschützt sind und das Heizgestrick nicht an den Baumwollhandschuhen anklebt.

 

Die Heizung muss vor Überhitzung geschützt werden. Hierfür müssen Temperatursensoren an der Position mit der wahrscheinlich höchsten Temperatur eingearbeitet werden. Da die größte Temperatur normalerweise in den Heizdrähten herrscht, sind Sensoren nahe am Gestrick, aber hinreichend elektrisch isoliert (bspw. durch eine Lage Glasgewebe 200 g/m²), zu positionieren.

 

 

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